Wenn wir nur noch ein einziges Mal verreisen könnten, welchen Ort wollten wir unbedingt einmal gesehen haben?
Die Antwort war schnell klar: Die Pyramiden! Immerhin sind sie das einzige noch existierende Weltwunder der Antike. Nur unpraktisch, dass sie in Ägypten stehen. Denn ehrlich gesagt hatten wir schon etwas Sorge, wie anstrengend eine Reise auf eigene Faust durch dieses Land werden könnte. Rückblickend sind wir auf jeden Fall froh, dass Ägypten nicht unser erstes Reiseziel war. Eine gewisse Souveränität sollten Reisende hier unbedingt schon mitbringen, wenn man ohne Guide und Gruppe unterwegs ist.
Ägypten bereist man besser mit etwas Vorbereitung. Möchte man sich einfach nur treiben lassen, sind wohl andere Länder passender. Besonders hilfreich ist ein Gefühl für die Preise (etwa für den Transport), da diese gerne mal flexibel nach oben angepasst werden.
W ährend andere zur Vorbereitung ganze Bibliotheken verschlingen, basierte unser Wissen über Ägyptens antike Stätten eher auf Indiana Jones und Stargate. Wir können zwar weder die Pharaonen chronologisch aufzählen noch einzelne Hieroglyphen benennen, aber das hielt uns nicht davon ab, total beeindruckt von allem zu sein.
Nicht im eigentlichen Stadtgebiet Kairos, sondern gegenüber auf der Westseite des Nils, befindet sich Gizeh und damit auch die Pyramiden. Beim Great Gate (einem ganz neuen Eingangsbereich) kauften wir unsere Tickets, plus ein Zusatzticket, um sogar in die Cheops-Pyramide hineingehen zu dürfen (es war sehr heiß und muffig, aber cool, es gemacht zu haben). Auf dem Gelände gibt es dann Shuttle-Busse mit denen man unkompliziert von einer Pyramide zur anderen kommt.
Soweit die sachliche Beschreibung. Aber wie fanden wir die Pyramiden denn nun? Man sucht ja auf Reisen nach bewegenden Momenten, die einem quasi den Atem rauben. Der erste Blick auf die Pyramiden in der Ferne am Horizont war ein solcher. Nichts anderes auf unserer kleinen Weltreise hatte eine solch starke Wirkung auf uns. Wow! Einfach wow!
Bei unserer Recherche über antike Steine hatten wir völlig vergessen, uns im Vorfeld auch vom heutigen Kairo ein Bild zu machen. Die Stadt hat uns daher mit seiner gigantischen Massivität ziemlich überrumpelt. Das Stadtbild gleicht keinem anderen Ort, den wir kennen: Überall dieses endlose Beige der Gebäude, der Staub der Wüste in den Taxis und riesige Highways, auf denen auch mal Menschen mit Esel unterwegs sind oder eine Ziege auf einem Motorrad transportiert wird. Alles fühlte sich irgendwie abenteuerlicher an.
Dem aufmerksamen Leser und Ägypten-Interessierten fällt nun am Ende dieses Blog-Beitrags vermutlich auf, dass ein wichtiger Teil Kairos hier noch fehlt. Die zwei bekannten Museen bekommen aber demnächst noch ihren eigenen Beitrag. Fortsetzung folgt...

