Von Ägypten aus ging es für uns ans andere Ende der arabischen Welt. Zentral-Asien gehört ja eher nicht zu den klassischen Touristen-Zielen. In Usbekistan hatten wir dadurch das Gefühl, auf weniger ausgetretenen Pfaden zu reisen.
Hier trifft die Romantik von "1001 Nacht" auf spröde Sowjet-Ästhetik.
Genau konnten wir uns Usbekistan im Vorfeld nicht vorstellen. Hier gab es deutlich weniger Reiseberichte zu ergoogeln als zu Thailand und Co. Daher hier eine ungeordnete Zusammenstellung diverser Beobachtungen:
- Pepsi und Coca-Cola ringen hier noch um die Vorherrschaft (wir haben wirklich noch nirgendwo so viel Cola-Sponsoring gesehen).
- Auf den Straßen wird die Chevrolet-Dominanz langsam durch chinesische Elektrofahrzeuge herausgefordert.
- Ohne Google Translate wäre es in Usbekistan echt schwierig geworden.
- Das kyrillische Alphabet wird langsam durch das lateinische ersetzt (wodurch Google Translate für uns oft an Usbekisch scheiterte).
- Statt strenger Religiosität scheint ein russisch geprägter Pragmatismus zu dominieren.
- In keinem Land sonst wurden wir so oft angesprochen: Von Fragen nach gemeinsamen Fotos bis hin zu Ratschlägen für die berufliche Zukunft.
- Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung. Überall sind uns hochmotivierte junge Usbeken begegnet.
- An das Essen können wir uns nur schwer gewöhnen: sehr ölig und viel Koriander.
| Hauptstadt | — | Taschkent |
| Einwohner | — | 37,5 Millionen |
| Währung | — | Soʻm (UZS) |

Usbekistan kann man prima per Zug bereisen und so haben auch wir es gemacht. Die verschiedenen Zugarten haben so aufregende Namen wie Afrosiyob (der Schnellzug den wir nicht genommen haben) oder Sharq. Wir sind einmal durchs Land in Richtung Westen und wieder zurück gefahren. Dazu aber mehr im nächsten Blog-Beitrag. Hier erstmal ein paar Einblicke in unsere ersten beiden Stopps: die Hauptstadt Taschkent, und Samarkand, ehemals wichtiges Handelszentrum entlang der Seidenstraße.
Taschkent
Fast wie ein schnörkeligeres Ost-Berlin: In Taschkent sind die sowjetischen Wohngebäude mit orientalischen, geometrischen Mustern geschmückt. Dieser Stil-Mix prägt auch die Metro-Stationen (umgerechnet 27 Cent pro Fahrt), die zu den schönsten Haltestellen gehören, die wir jemals gesehen haben.Samarkand
Die bekannteste Sehenswürdigkeit Usbekistans ist wohl der Registan: ein Platz mit beeindruckenden Gebäuden aus dem 15.-17. Jahrhundert mit vielen Bedeutungen über die Jahre (Zentrum für Bildung, Handel, Religion). Das historische Zentrum Samarkands mit vielen weiteren beeindruckenden Bauten (riesige Mosche, Nekropolis...) lässt sich gut zu Fuß erkunden.Abseits der Innenstadt waren wir dann auf Taxis angewiesen. Da die lokale Taxi-App nicht auf unseren Handys funktionierte, mussten wir mehr oder weniger erfolgreich zufällige Leute auf der Straße ansprechen. Und als wir zum Bahnhof wollten, haben wir erstmal keinen Taxifahrer gefunden, der "Bahnhof" verstanden hätte. Ansonsten begegneten uns immer wieder die Namen Timur (ein anscheinend verehrter Eroberer) und Ulugh Beg (ein wissenschaftliches Genie), über die wir nochmal eine Doku raussuchen sollten.
