Gleise, Sand und Schlaglöcher
Am besten fanden wir unsere 8-Stunden-Fahrt in einem Nachtzug-Abteil am Tag zurück nach Bukhara. In unserem privaten Abteil mit zwei Betten war es einfach super gemütlich und wir konnten die Ausblicke genießen. Manchmal sah die Wüste durch den dunklen Staub fast wie eine Mondlandschaft aus. Sehr anstrengend und wenig erholsam war hingegen eine lange Zugfahrt bei Nacht ohne funktionierende Klimaanlage.

Und hier noch ein paar zufällige Gedanken zum Zugfahren in Usbekistan:
- Das 3.-Klasse-Abteil ist hervorragend geeignet, um nonverbal (mit Händen und Füßen) mit den Mitreisenden ins Gespräch zu kommen.
- Es kann beim Zugpersonal für Verwirrung sorgen, wenn man als Tourist nicht erste Klasse gebucht hat.
- Die Essensverkäufer im Zug können sehr penetrant sein. (Seit unserer Erfahrung in Vietnam werden wir aber keine Mahlzeit mit Fleisch mehr im Zug kaufen.)
- Im Zug nicht die Fenster öffnen: der Sand landet wirklich überall!
Bukhara
Hier waren wir durch die Hin- und Rücktour gleich zweimal. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch Bukhara hat man aber eigentlich schon alles gesehen.Unsere Unterkunft hier war perfekt und als wir bei weit über 30°C noch mehrere Stunden auf unseren Nachtzug warten mussten, wurden wir auf der Dachterrasse des Hotels lieb mit Tee und Knabbereien umsorgt.
Khiva
Die Stadt Khiva ist für ihre gut erhaltene Altstadt bekannt. Wir würden sie allerdings eher als über-restauriert bezeichnen. Mit den perfekt neu errichteten Stadtmauern und Gebäuden versprüht sie für uns einfach einen gewissen Disneyland-Charme. Da hilft es auch nicht, dass man zum Betreten der Altstadt Eintritt bezahlen muss. Wenn man nur Zeit für eine weitere Stadt hat, dann würden wir definitiv Bukhara empfehlen!Der Weg zum einstigen Aralsee
In Usbekistan kann man hautnah erleben wie radikal der Mensch in die Natur eingreifen kann: Vom Aralsee (einst das viertgrößte Binnengewässer der Erde) ist heute nur noch eine staubige Wüstenlandschaft geblieben.Die alten Schiffswracks im heißen Sand verrosten zu sehen ist einfach ein bizarrer und trauriger Anblick.
Was vom einstigen Aralsee blieb
Um an diesen abgelegenen Ort zu gelangen, ließen wir uns über holprige Straßen mit tausenden Schlaglöchern (zuerst nach Nukus und weiter) bis nach Moynaq fahren. Dass dieser Ort einst eine lebendige Hafenstadt war, ist heutzutage kaum zu glauben.
Unser Abstecher nach Usbekistan war ein wichtiges Puzzle-Stück unserer
Reise, da Zentral-Asien für uns noch ein so großer unbekannter Fleck auf der
Landkarte war. Und hier nun gesehen zu haben wie die Einflüsse verschiedener
Kulturen zusammenkommen, war einfach toll. Dass wir Usbekistan ausschließlich
über Land bereist haben war ein wirkliches Highlight. Dieser Reisestil gefällt
uns am besten, um auch die leisen Zwischentöne besser
wahrzunehmen.
Nachdem wir zuvor Ägypten bereist hatten, hat uns
Usbekistan wieder geschafft daran zu erinnern, dass es schon okay ist sich ab
und zu auch mal darauf einzulassen, von zufälligen Fremden angesprochen zu
werden. Manchmal will jemand auch einfach nur ehrlich "Where are you
from?" wissen, um freudig "Guten Tag!" zu wünschen.